Tag-Archiv für 'reisen'

Neue Fotos, neue Hardwareprobleme

Auffällig viele achteckige Steine hier

Israelische Gegenwartskunst

Gerade noch im Wasser...

Ich habe auch eine riesige Kiste voller abgeschlagener Schafsköpfe in der Altstadt fotografiert, allerdings wollte ich das Foto hier nicht veröffentlichen. Irgendwie hatte ich Bedenken, ich mache mir Sorgen um Eure zarten Gemüter. Wer es trotzdem sehen möchte: bitteschön.

Leider ist mir vor ein paar Tagen mein iBook etwas zu Schrott gegangen. Also nicht ganz. Ich vermute, es ist ein nicht seltener Fehler im so genannten logic board. Dabei löst sich ein bestimmter Chip von seinen Lötstellen auf der Platine, was zur Folge hat, das der Rechner zwar an geht, aber nur einen schwarzen Bildschirm anzeigt und nicht hochfährt. Ich habe das nach einigen Reperaturversuchen jetzt mit einer sehr großen Klemme vorläufig gelöst. Abgesehen davon, dass der Rechner nun an einer Tischplatte fixiert ist, scheint es aber auf Dauer nicht nur inpraktikabel sondern auch unelegant und gefährlich für die eingeklemmte Hardware. Authorized Apple Service Provider, here I come! Links zum Thema:

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Eze ktan ha‘olam!

Uschi und Horst machten eine erstaunliche Entdeckung in Bangkok:

Dressmen aus Giessen
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Immer noch, immer wieder Jerusalem

Statt eines weiteren „Shabbat Shalom“-Posts habe ich mal lieber gar nichts gepostet letzte Woche, man will es ja auch nicht übertreiben. Diesen Shabbat habe ich zu Hause verbracht mit einem spannenden Buch („The Advocate’s Devil“ von Alan Dershowitz… geliehen im Old Jaffa, nicht weitersagen) und ein paar Texten zur jüdischen Holocaust-Erinnerungskultur in Israel. Da das WLAN des angrenzenden Cafés offensichtlich kosher ist (Freitag nachmittags verschwindet das Signal), konnte ich mich auch mit Internet nicht ablenken.

Apropos Zuhause: Mein Zuhause ist gerade eine nicht näher zu benennende WG im Außenbezirk Jerusalems. In dieser netten, sympathischen WG kann ich aber leider nicht bleiben. Das verschimmelte, dunkle und seit drei Jahren unbewohnte Zimmer, in dem ich 6 Wochen mietfrei wohnen wollte, soll jetzt doch belegt werden. Zusätzlich gibt es Stress mit der Wohnungsverwaltung. Also alles doch nicht so einfach. Ich werde also noch die nächsten paar Tage dort sein, danach fängt einmal wieder ein großes Getingel durch die verschiedenen Jerusalemer Bekannten-WGs an.

Obwohl das sicherlich nicht die schönste Vorstellung ist, da es heißt, dass ich schon wieder keine feste Unterkunft habe, aus dem Rucksack leben muss, etc. wird es auch sicherlich wieder sehr schön. Ich sehe endlich wieder mehr nette Menschen (z.B. B. oder O.) und bekomme meinen faulen Arsch vielleicht öfters mal wieder hoch.

Letztes Wochenende: Tel Aviv. Die Stadt ist aufregend. Jedes Mal, wenn ich da bin überlege ich mir, was ich eigentlich die ganze Zeit in Jerusalem mache… sicherlich ist die Stadt interessanter und komplexer. Vor allen ist Jerusalem aber komplizierter und konfliktgeladener. Die sonnig-frische Leichtfüßigkeit Tel Avivs hingegen, die Strände, die Allées, die Menschen dort… alles zieht mich dort hin. Aber: Für mich gibt es dort gerade leider nichts zu tun, hier schon. Außerdem kann man, lebt man in Jerusalem, immer behaupten: Tel Aviv hat zwar den Beat, ist aber was für Weicheier. Jerusalem ist zwar eine schwere Adresse, hat aber den Funk. Den Funk der Religiösen, den Funk der drei säkularen Party-Locations, den Funk der überdrehten amerikanischen Yeshiva-Schülerinnen, der Hillel-Cafés, des Ostteils, des schlechten Wetters. Die Fähigkeit des Nicht-Durchdrehens wird mir beim Leben in Jerusalem erst so richtig bewusst. In Tel Aviv schaffe ich das mit Leichtigkeit.

Hier noch was zum Hören:
Eliot Lipp: Rap Tight

The RakesStrasbourg

Das mit Tel Aviv sehen nicht alle so. Ivo Bozic zum Beispiel gefällt es dort richtig gut.

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Was nervt… heute: Reisen, die daneben gehen.

So ist es doch oft, und am Ende bin ich wieder nur von mir selbst genervt: Große Pläne schmieden, allen davon erzählen und wenn sie dann daneben gehen, weil ich nicht kapiert habe, wie provisorisch alle Aus- und Zusagen an mich von anderer Seite gemacht wurden, wird aus einer sehr geilen Reise auf einmal sehr viel heiße Luft. Eine Metapher, die im Zusammenhang mit den Reiseziel Syrien/Jordanien dann sogar noch eine abgeschmackte, unbeabsichtigte Konkretion nach sich zieht.

Derzeitiger Count der abgesprungenen Reisepartner: 2. Tendenz steigend, denn nun überlege auch ich, den Urlaub einfach sein zu lassen. Ich habe weder Bock, Leute zu belatschern noch in einem komplett bekloppten Reispartner-Suchdienst zu inserieren. Wofür hat man Studenten als Freunde?

Was also tun? Die Reise an den Nagel hängen?

Was bisher geschah: Im September mache ich Praktikum in Jerusalem. In die Ecke komme ich nicht alle Tage, also hatte ich vor, mit einem Freund/einer Freundin den Weg dahin mit Bus und Bahn zurück zu legen. Ex-Jugoslawien, Turkei, Libanon, Syrien… was auch immer. Mittlerweile wurde die Reise auf einen teuren Flug nach Damaskus eingedampft, zwei Wochen Rundreise Beirut und zurück, danach gemächliche Fahrt über Jordanien nach Israel. Auch das ging daneben. Nun stehe ich da, zum Glück hatte ich den Flug noch nicht endgültig gebucht.

Nun ist erst mal Resignation angesagt. Und manch erklärendes Gespräch, warum ich nun Ende Juni doch noch nicht weg bin, endlich.

Tag:

Weil in Uganda gewählt wurde #1

Der erste Teil einer Reihe, vielleicht. Mir schwirrt gerade wegen der Wahl in Uganda so einiges durch den Kopf.

Letztes Jahr im März/April hielten wir uns ungefähr zwei Wochen auf unserer Reise durch mehrere süd- und ostafrikanische Länder in Uganda auf, was mir immer noch als eine der eindrücklichsten Stationen auf der Reise sehr gut in Erinnerung ist. Es ist das Land von Idi Amin und von Entebbe. Das Land, dessen Truppen im kongolesischen Bürgerkrieg mitmischen und das bis heute wegen des Einsatzes von Kindersoldaten gegen terroristische Milizen im Norden des Landes immer wieder international kritisiert wird.

Das alles lässt einen die Stadt Kampala vergessen. Meistens. Meine Absicht ist es bei weitem nicht, Uganda als gefährliche Land darzustellen, oder als touristisches Ziel, dessen Besuch eine gewisse Portion Abenteuerlust oder Lebensmüdigkeit erfordert. Tut es nämlich nicht. Genau darum geht es mir ja. Kampala ist die Stadt mit dem schlimmsten Verkehrsproblem das ich je erlebt habe. Jeder Wechsel der Straßenseite will gut durchdacht sein, die Fahrer der überfüllten Minibusse geben trotz Passanten auf der Straße Gas. Sprint, Stopp, Augenwinkel, Shuffle, weiter. Aber im Vergleich zu Lusaka oder Dar Es Salaam ist die Stadt viel näher an der urbanen Architektur und Waren- und Konsumwelt des uns besser bekannten Westeuropas. Das sichtbare soziale Leben der Stadt wird weniger durch den halböffentlichen Trinkhallen der Outscirts oder Compounds bestimmt als durch die Clubs und Kinos der Innenstadt. Videotheken, Fitness-Studios, Musik-Läden… das alles hat man auf dem Weg schon beinahe vergessen, bis man nach Kampala kommt.

Die gesellschaftlich Ausgestoßenen, die Leprakranken, die Bettler, verziehen sich nicht in ihre Slums, es zieht sie in die Stadt, weil es hier etwas zu holen gibt. Wir als sichtbar westeuropäische Touristen wurden dort kein Einziges mal auf Geldtausch, Drogen oder Safaris angesprochen, was nach Städten wie Dar oder Arusha eine wirkliche Erholung war. Dafür, dass wir von Uganda so wenig wussten, dass es Kriege führt und eine Einparteiendiktatur ist, dachten wir, schien seine Hauptstadt sehr nahe an unseren mitgebrachten Vorstellungen von Urbanität und politischer Moderne zu liegen.

Die Stadt ist ein großes Knäuel geballter Hektik. Wer eilig hat, schnappt sich ein Boda-Boda, Taxis auf zwei Rädern, deren Fahrer geschickt durch die endlosen Verkehrsschlangen und verstopften Kreuzugen schwärmen, auf die entgegengesetzte Fahrspur, Spiegel knallen gegeneinander, Knie immer schön einziehen. Kiloweise werden Altkleider in größen Bündeln auf LKWs geladen oder in dunkle Hauseingänge, in denen überbeschäftigte Schneidereien mit dem Umnähen gar nicht mehr nachkommen. Tritt man allerdings in eines der klimatisierten Gebäude ein, bremst sich die beschleunigte Zeit ab auf eine bedächtige, hoflich murmelnde Teppichbodengeschwindigkeit. Das metaphorische Schleudertrauma der Zeitbremsung verfolgt einen in die Wirklichkeit als vom Zug der Klimaanlagen steif gewordener Nacken.

Das nächste mal: Small-Talk am Straßenrand und die zweite Ladung Pfefferspray in meinem Leben.

Warum ich eigentlich diesen Post angefangen hatte zu schreiben: Gute Links. Also:

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