Tag-Archiv für 'nazis'

1. Mai in HH: n-tv verrät uns, wer angefangen hat

Gut, dass es gewissenhafte Journalist_innen gibt, die die Verursacher der „Gewalt-Orgie“ (WELT) gestern in Hamburg eindeutig benennen können:

Die Gewalt bei den Mai-Krawallen in Hamburg ist nach Einschätzung der Polizei von den rechtsextremistischen Demonstranten ausgegangen […]

[etwas weiter unten] Die Gewalt sei von den Gegendemonstranten ausgegangen […]

Alles klar?

Bei den ganzen Krawallen darf natürlich der Regionalbezug nicht fehlen, deshalb fand ich das folgende Bild von SPON schön anzusehen:
LDK N 1488... not a wise choice.

„1488″? Das nächste Mal wohl lieber nicht in der Nähe einer Antifa-Demo parken, du Vollhorst.

Tags: , , , , ,

Das Trauma von Mölln

Deniz Yücel schildert eindringlich, welche Bedeutung die Morde von Mölln und Solingen bis heute in der Erinnerung vieler Menschen in der Bundesrepublik haben und welche Schikane es ist, in Deutschland als „Türke“ zu leben:

Dass die Deutschtürken die neun Toten von Ludwigshafen sofort damit in Verbindung gebracht haben, zeigt, wie tief sich die Morde vom November 1992 und Mai 1993 ins kollektive Gedächtnis eingeschrieben haben. Besonders traumatisch waren diese Anschläge für die erste hier aufgewachsene Generation von Einwandererkindern, meiner Generation. Mölln und Solingen lehrten uns, dass wir bedroht waren. Dass man uns hier nicht wollte. Dass es überhaupt ein Uns gab. […]

Eine andere Episode ist schneller erzählt: Als ich mit 16 eine Aufenthaltsberechtigung beantragte, forderte die Ausländerbehörde ein amtsärztliches Gesundheitszeugnis, Kotprobe inklusive. Offenbar hatte ich nicht einfach das Recht, dort zu leben, wo ich mein ganzes Leben verbracht hatte. Vielmehr hing dieses Recht von der Beschaffenheit von Scheiße ab. […]

Keine 24 Stunden nach dem Anschlag standen Nachbarn, die mit meinen Eltern nie mehr als ein paar belanglose Worte im Treppenhaus gewechselt hatten, mit Blumen in unserer Wohnung. Bild-Leser und CDU-Wähler, die bestimmt für die Abschaffung des Asylrechts waren, denen es aber auch nicht um den deutschen Export ging. Ihre Scham war echt, und sie wollten meine Eltern um Verzeihung bitten.

Umso grandioser war das Versagen der Politik. Helmut Kohl weigerte sich, die Überlebenden von Mölln zu besuchen. Nach dem Anschlag von Solingen schickte er ein Beileidstelegramm an den türkischen Staatspräsidenten und ließ sich folgerichtig auf der Trauerfeier in Köln von seinem Außenminister Klaus Kinkel vertreten, der dort auf die Kommastelle vorrechnete, wie viele Steuern und Abgaben die hiesigen Türken leisteten. Es war als Argument gemeint, sie nicht totzuschlagen.

Quelle: taz, 11.02.2008

Tags: , , , , ,

„Baukörper hat Form eines Hoheitsabzeichens“

Das Finanzamt Gießen ist im Juni 2004 in das Gebäude des ehemaligen sogenannten „Bundeswehrkrankenhauses“ in der Schubertstraße in Gießen eingezogen. Dass dieses Gebäude nicht nur ein Teil der regionalen Geschichte der Bundeswehr ist, sondern seine Wurzeln im Militär des Nationalsozialismus, der Wehrmacht, hat, weiß die Amtsbroschüre „Vom Lazarett zum Behördenzentrum“ (PDF, 8MB):

Im Rahmen der Heeresvergrößerung 1935 begann im Deutschen Reich verstärkt der Bau von militärischen Anlagen aller Art. In Gießen wurden u.a. verschiedene Kasernen erbaut, der Flughafen (heute US-Depot) angelegt und in der Schubertstraße erfolgte der Neubau eines Standortlazaretts für die Deutsche Wehrmacht.

Nach dem sich die Broschüre etwas in den technischen Details der Bauzeit ergötzt, kommt sie zu der mittlerweile für jede bundesdeutsche Behörde selbstverständlich gewordenen Vergangenheitsbewältigung:

Der Baukörper der Anlage hat die Form des damaligen Hoheitsabzeichens, das jeder Soldat an der rechten Brustseite seiner Uniform trug.

Ein Hoheitsabzeichen also, das jeder Soldat an der Uniform trug. Ein Satz, der sich eher durch Verschweigen auszeichnet als durch Aussage. Damit wäre alles gesagt, ohne überhaupt etwas zu sagen und den Regeln jeder guten deutschen Vergangenheitsbewältigung nachgekommen. Die Details der Vergangenheit interessieren nämlich vor allem wegen des Lahnmarmors, den fackeltragenden Jünglingen in den Brunnen und den Bildern der alten Herrlichkeit, die unkommentiert in der Broschüre zur Schau gestellt werden. Wenn es aber um die Design-Details des Gebäudes geht, ist spätestens bei dem Nazi-Kram endgültig Schluss, denn mit dem möchte man heute so wenig wie damals etwas zu tun haben.

Ein Blick aus der Luft auf das Gebäude, der der Broschüre wohlweislich vorenthalten ist, verrät etwas mehr über das „Hoheitsabzeichen“, das dort architektonisch nachempfunden werden sollte (das Gelände des Finanzamtes ist hervorgehoben):

Finanzamt Gießen, das alte Hoheitsabzeichen

1939 war das ganze noch ergänzt um ein wichtiges Detail, nämlich das Hakenkreuz, das die Innenfläche des Rondells verzierte. Damit wäre dann den Erfordernissen der damaligen „Verordnung über die Gestaltung des Hoheitszeichens des Reichs“ nachgekommen sein:

Der Reichsalder, das alte Hoheitsabzeichen
Tags: , , ,

Ach so na dann!

Aus aktuellem Anlass:

Dabei mißbraucht die Partei [die völkisch-nationalistische LAOS, die in der griechischen Parlamentswahl 3,8% einfuhr] gerne auch Zitate, die aus linken Quellen stammen. Er wolle sich dafür einsetzen, »daß Griechenland den Griechen bleibt«, hatte [der Vorsitzende] Karatzaferis noch in der Wahlnacht verkündet. Das Zitat stammt von Andreas Papandreou. Der Sozialistenführer und Gründer der PASOK hatte sich damit 1981 allerdings gegen die Dominanz der US-Amerikaner in Griechenland gerichtet.

Schuss mal wieder nicht gehört. Von hier.

Tags: , , , , , ,

Jungen Männern droht die Einsamkeit

Trotz meiner Blogpause-Prinzipien, das muss sein: Eine wirklich rührende SpOn-Video-Reportage über die Abwanderung junger Frauen aus Sachsen habe ich mir gerade angesehen. *Schnief*.

Zitat: „Jungen Männern droht die Einsamkeit. Ohne Frauen, ohne Aussicht auf Besserung.“ Hmm… ob dieses Prachtexemplar wohl die jungen Schönheiten wieder anlockt?

Kraftschlag-Loverboy is in the mood!

Oder muss da erst wieder Frankie ran?

PS: Weiter geht es hier irgendwann rund um den 4th of July. Vielleicht sogar mit einem Design-Cleanup…

Tags: , , , , ,