Tag-Archiv für 'moslems'

Restauration und Revision

A poster from the Izzedine al-Qassam Brigades Website. The inscription reads No! to making Al-Aqsa mosque Jewish.
Ein Poster auf den Internetseiten der Issedin Al-Kassam-Brigaden. Die Aufschrift: „Gegen den Versuch, die Al-Aqsa-Moschee jüdisch zu machen.“

„Geh‘ heute bloß nicht auf den Tempelberg“, schrieb mir meine Mutter vor ein paar Tagen zu meiner großen Verwunderung. Wie schon öfters musste ich über den Umweg von Freunden und Familie in Deutschland mehr über die aktuelle Lage vor meiner Haustür erfahren: Wegen Renovierungsarbeiten an der Zugangsbrücke zum Tempelberg gibt es seit Tagen Proteste und Ausschreitungen in Jerusalem und vielen Städten der Westbank. Die benötigte Restauration der Brücke wird von arabischen und muslimischen Wortführern als Versuch Israels ausgelegt, die Al Aqsa Moschee zu zerstören. Dabei bleiben sie die Antwort auf die berechtigte Frage schuldig, wie das mit einem popeligen Bagger 70m weit weg von der Moschee denn funktionieren soll.

Warum behaupten manche nun also solch einen Schmarrn? Um diese Frage zu beantworten hilft es, statt die Widersprüche der Behauptung eher den Kontext der Thesen unter die Lupe zu nehmen: Die jüdische Geschichte Jerusalems soll entwertet oder ganz widerlegt werden, gegen alle historische Fakten:

Today, thousands of Islamic rulings, publications and sources deny the Jewish roots in Jerusalem and its holy places. They claim that the Temple didn‘t even exist in Jerusalem but was located in Nablus or Yemen. An Islamic legal pronouncement (fatwa) on the Jerusalem Waqf (Muslim religious trust) Web site says King Solomon and King Herod did not build the Temple at all, but merely refurbished an existing structure that had been there from the days of Adam. Today, many Muslims call the Temple „the greatest fraud crime in history“ and many Muslim adjudicators attach the world „so-called“ to the word „temple.“

On the southern Islamic movement’s Web site, Mohamed Khalaikah cites Israeli archaeologists in support of his theory that there is no trace of the Jews‘ Temple. He distorts the writings of these archaeologists, whose studies provided findings from Biblical sources corroborating the Temple’s existence.

Lila hat einen zu recht bissigen Artikel zu den derzeitigen Riots auf dem Tempelberg geschrieben, der die aktuelle Situation sehr gut zusammenfasst:

Bei der Errichtung einer Brücke statt einer vor ein paar Jahren eingestürzten Fußgängerrampe wird also vorher gegraben, um sicherzugehen, daß keine archäologischen Funde dabei kaputtgemacht werden. Was ist daran skandalös? Wenn in Rom oder Athen Erdarbeiten vorgenommen werden, ist es selbstverständlich, vorher eventuelle archäologische Funde zu sichern. […]

Was kümmert es sie, daß diese Fußgängerrampe weit von der Al Aqsa-Moschee entfernt ist? Was kümmert es sie, daß von ihrem angeblich befürchteten Einsturz zuallererst die Klagemauer betroffen wäre, als Überrest des Tempels allen Juden der Welt heilig? Was kümmert es sie, daß die Israelis erklären, zeigen, filmen, und wieder erklären?

Es interessiert sie so wie sie die Motive der Redakteure der Jyllands-Posten interessiert haben, wie der Wortlaut der Papstrede sie interessiert hat und wie sie die Tatsache interessiert, daß Juden aus Rücksicht auf moslemische Gefühle den Juden Zutritt zu ihrem eigenen Tempelberg verwehren! Es kümmert sie kein bißchen. Auf der ganzen Welt sind die Schreihälse wieder unterwegs, “Mit Geist und Blut erlösen wir dich, Al Aqsa!” Erlösen wovon? Der Waqf verwaltet Al Aqsa und nutzt seine Autonomie dazu, selbst zu buddeln wie die Weltmeister - und damit eventuell die Klagemauer zum Einsturz zu bringen. Außerdem läßt der Waqf jüdische Altertümer verschwinden, um seine Behauptung, daß Jerusalem nie jüdisch war, zu untermauern.

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