Tag-Archiv für 'antideutsche'

You lousy backpacker, go back to Germany!

Cocktail Vomit
Cocktail VomitEverybody is a Rækjusalat

[Lyrics]

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Über diese Demo da…

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich das Aufhebens um pro-Israel-Demos in Deutschland nicht mehr so genau verfolge, seitdem ich in Israel bin. Die letzte Demo von ILI und HC hat aber scheinbar in der antideutschen community den shit the fan hitten lassen. Da wurden allerlei Sachen geschrieben, Anti- sowie Philosemitismus-Keulen geschwungen, FunktionärInnen jüdischer Organisationen angeprangert, Fahnen abgebildet, Feinde denunziert… alles was dazugehört eben, wenn es um Israel geht.

Abgesehen davon, dass es mir zu anstrengend ist, diese Debatten en detail zu verfolgen, befremdet mich beim schnellen überfliegen der einschlägigen Textprodukte immer wieder die Angewohnhit, Juden und Jüdinnen in allerei Absicht und zu unterschiedlichen Zwecken zu objektivieren (und sei es auch nur zugunsten eines griffigen Slogans oder einer polemischen Formulierung). Die Angewohnheit, Judentum und das ihm verbundene Israel positiv aufzuladen und sich damit derartig zu identifizieren hat nun mal den Nachteil, dass es ziemlich schnell (z.B. bei individuell empfundener Enttäuschung) umschlagen kann und auf einmal mit genau demselben Eifer gegen das früher überhöhte Objekt gewendet werden kann. Damit möchte ich nicht sagen, dass es mit den KritikerInnen oder VerteidigerInnen der ILI-HC-Demo so weit gekommen ist. Die Intensität, mit der über die Veranstaltung in den mir zugänglichen Medien gestritten wird, brachte mich aber erneut dazu, über solche und ähnliche Phänomene nachzudenken (während meiner Zeit hier bin ich zwei Menschen begegnet, bei denen ich eine ähnlich gelagerte, problematische Beziehung zu Judentum und Israel vermuten würde, nur drückte es sich bei diesen beiden eher in der Absicht aus, zu konvertieren).

Das Hin- und Herbashen der unterschiedlichen Blogs, Zeitschriften, Redaktionen, KommentatorInnen, etc. scheint mir (und, um die Floskel einmal wieder aufzuwärmen, vielen Israelis) sehr oft nicht nur wundersam, sondern auch seltsam unverbunden mit der Sache, um die es hier eigentlich geht: Israel. Mich da reinzufitzen scheint mir nicht nur mühselig, sondern auch wenig gewinnversprechend. Deshalb bin ich ganz froh über die klare Zusammenfassung und Kritik der bisherigen Geschehnisse von Wartezeit überbrücken… und möchte sie hier empfehlen:

Die virulenten und an sich wahrhaften Axiome “Singularität von Auschwitz” und “Solidarität mit Israel” werden zu Phrasen, leeren Formeln, wenn sie nicht zur Reflexion auf das Ganze wie auf sich selbst anleiten. Die Wahrheit schlägt in Lüge um, wenn Singularität nichts anderes mehr bedeutet als Militärschläge zu begrüßen, und Solidarität allein das Tragen einschlägiger Szenekleidung beim egotronic-Konzert. Vielleicht war es tatsächlich nur eine Frage der Zeit, bis diese Fussballfan-Mentalität – wer hat das geilste Israel-Shirt, wer kennt den krassesten Pali-Witz, wer weiß die PS-Zahl des Merkava auswendig, wer hat die meisten Juden im Freundeskreis – sich gegen die Objekte des Fandoms selbst richten musste. Die Übergriffigkeit, die in den Debatten der letzten Tage zu beobachten war, und die offenbar als Befreiung von einem “Tabu” zu werten ist, wurde ermöglicht durch Denkfaulheit, durch identitäre Auf- und Zurechnung.

Den ganzen Post findet Ihr dort.

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