So we went to the park together
We were walking in the midday sun
We met all kinds of people and we
We fucked everyone
We fucked a lady who sells ice cream
We fucked a man with a tan Shar Pei
Everyone who needed fucking well they
They got fucked today
Pastor Gary Greenwald versuchte in den 80ern allen, die zuhören wollten, klar zu machen, was er hörte, wenn er Rockmusik hörte: Satan. Er organisierte mass record-smashings, bei denen Schallplatten bekannter Rock- und Metalbands zerstört wurden, um das Antlitz der Erde von ihren satanischen Botschaften zu befreien.
Das klingt alles ziemlich unterhaltsam und schlimmstenfalls relativ harmlos… ca. 25 Jahre nach diesen religiösen Musiksäuberungen wirft nun allerding DJ Lobsterdust die Frage neu auf: War es wirklich nicht nur fun and games damals? Wie nahe war Satan wirklich, mittels seiner willigen Marionetten Queen und dem Electric Light Orchestra die Weltherrschaft an sich zu reißen? Sind wir gar der ewigen Tyrannei der Höllenqual auf Erden nur knapp entkommen?
DJ Lobsterdust hat mal genau hingehört und stellt nun die Ergebnisse in seinem neusten Track der Öffentlichkeit zur Verfügung:
Seit drei Wochen Frankfurt, good times! An dieser Stelle erst mal nix mehr, bis mein Leben wieder etwas steter geworden ist. Musik gibt’s für die Pause:
Oho, und wie die Shabbat-Ruhe heute gestört wurde. Eben erst zurück und die Eindrücke sind noch sehr frisch. B. (bei dem ich gerade auf der Couch wohne) nahm mich heute mit zu einem Triple-Feature: Im Yellow Submarine (הצוללת הצהובה) um die Ecke spielten The Fading, Useless ID und Betzefer hintereinander. Monsters of Rock halt, israeli-style. Es war laut, mir klingeln noch die Oren, junge Männer schubsten sich vor der Bühe herum und taten sich hervor, ich habe von den Texten so viel verstanden, als dass es oft um Sachen ging, die im Kopf vorgehen oder einen täuschen. Oder dass man die Stereoanlage aufdrehen soll. Ich habe solche Musik schon gehört, meist in C.’s Auto auf dem Weg zur Probe.
Das soll noch lange nicht heißen, dass es mir nicht gefallen hat. Der Abend steckte voller Überraschungen. Z.B. schrie der butchige Frontman Betzefers erstaunlich ausdauernd in das Mikrofon, hatte aber rasierte Achseln. Und ich hatte statt Bier auf einmal Coke Light in der Hand und mache mir nun Gedanken, ob dies zur Angewohnheit (oder besser: Abgewohnheit) werden könnte.
Zur Beruhigung nun ein Track, der mit dem heutigen Abend eigentlich gar nichts zu tun hat, außer dass er so hübsch ist, dass ich ihn heute schon zehn mal gehört habe. Gelandet ist er u.a. auf dieser sehr zu empfehlenden End-2006-Kompilation. Denn: You could surely try to be more alive.
Juchu! Endlich mal wieder neue Bilder! Neue Geschichten! Neue Pläne! Der erste Monat ist rum, mit meinem Ivrith geht es auch weiter voran und ich bin gespannt und freue mich auf meine kommende Zeit bei Yad Vashem. Vorneweg, der Titel dieses Eintrags hat absolut gar nichts mit seinem Inhalt zu tun. Aber eins nach dem anderen:
Heute hatten wir unseren letzten Tag Ulpan. Insgesamt war es eine sehr spannende, schöne Zeit und ich bin immer noch überrascht darüber, wie wenig Luft ich für extracurricular activities hatte. Hebräisch finde ich eine sehr, sehr spannende Sprache. Obwohl ich mit Sprachen noch nie besonders viel am Hut hatte, merke ich, dass diese anders aufgebaut ist und funktioniert als die Sprachen, mit denen ich bisher in Kontakt kam (Französisch, Italienisch, etc.). Z.B. entscheiden die Endungen darüber, wie die Wurzel ausgesprochen wird bzw. welche Vokale darin vorkommen. Das ist manchmal etwas verwirrend. Von der Infinitivbildung gar nicht zu sprechen. Aber wer weiß, in ein paar Wochen finde ich das alles pippifax und ärgere mich mit den Zeiten herum. Und die Vokabeln kann ich mir mit weniger Aufwand merken, als ich es bei meinem Schulfranzösisch in Erinnerung habe. Im Hebräischen gibt es ein gemeinsames Wort für „Ferien“ und „Freiheit“. Das verspricht doch was.
Von Haifa habe ich nicht besonders viel mitbekommen, wir kamen letzten Donnerstag her und der Campus ist mit dem Bus eine halbe Stunde von der Innenstadt entfernt. Der Ausblick auf die Umgebung ist jedoch phantastisch, die Wohnheime und die Uni sind auf dem Har Carmel gelegen von wo man an klaren Tagen bis in den Golan und den Libanon hinein sehen kann. Von den zwei Unis, die ich bisher hier gesehen habe, kann ich folgern: Die Israelis bauen ihre tertiären Bildungsinstitutionen gerne auf Berge mit gutem Ausblick auf die Umgebung, jedoch immer in etwas gefährdeter Lage. Die Theorie ist offensichtlich falsch, meine Empirie ist mit einer Stichprobe von 2 etwas wackelig. Haifa hat einen riesigen Hafen und ein Klima, das dem Tel Avivs ähnlich ist. Hier auf dem Berg ist es aber sehr erträglich. Wir sind in den Talia-Dorms untergebracht, in denen es sich wirklich um einiges besser wohnt als in den der HebrewU, schade nur, dass wir Ende dieser Woche wieder draußen sein müssen. Die apartments sind mit sechs Einzelzimmern ausgestattet, einer großen gemeinsamen Küche und Innenhöfen. Ich mache morgen mal ein paar Fotos.
Wir sind zu fünft in eine Wohnung eingezogen, in dem schon Shachaf wohnt. Er studiert Sozialarbeit und hat die Zeit der Katjusha-Angriffe aus dem Libanon hier in den Dorms erlebt, als alle anderen schon lange außer Reichweite waren. Er sitzt im Rollstuhl. Jede Wohnung hat ein Safe-Room, ein Zimmer dass man mit einer Stahltür und eisernen Fensterklappe völlig abschotten kann, da ist er beim Ertönen der Sirenen immer reingedüst. Gestern Abend kam er mit neuen Rädern nach Hause, die nun wohl notwendig waren, weil seine alten durch den übermäßigen Gebrauch der Rollstuhlbremse etwas lädiert wurden: „When I heard the sirens I roll to the room fast, there I use the brakes. Now I need new tires.“ Gut sehen sie aus.
Zimmer in Jerusalem: Habe ich. Nach einer sehr kurzen und sehr verspäteten Suchphase Anfang dieser Woche habe ich doch tatsächlich jemanden gefunden, der kurzfristig eines der Zimmer in seiner Wohnung an mich vermietet, und zwar für nur drei Monate. Oren wohnt in der Nachbarschaft HaYovel, nahe der wunderschönen Ein Carem Neighborhood, hat eine schöne, renovierte Wohnung und eine Küche, die ich mit benutzen kann. Außerdem sind es zu Fuß nur 10 Minuten zu Yad Vashem, was einer der größten Vorteile der Wohnlage sein dürfte. Mit $300/Monat ist die Wohung für Jerusalemer Verhältnisse ganz o.k., ich habe auf jeden Fall teureres gesehen. Einzig bei der Frage nach dem Besuch in der Wohnung macht er noch etwas Mucken, aber wir werden sehen, wie sich das entwickelt, Jurek schlug bereits einen Mieterstreik vor.
Gerade wird der Plan, ab diesem Dezember bis März nächsten Jahres in einem Kibbutz zu arbeiten, für mich immer fassbarer. Sehr viele Leute mit denen ich hier spreche, jüdisch oder nicht, lange oder kurz hier, Ivrith-Anfänger oder Rabbi-Anwärter, raten mir dazu. Es überrascht mich, mit welcher Einfachheit ich die Entscheidung zu treffen gewillt bin und wie wenig ich daran denke, wen und was ich gerade in Deutschland (zu Hause) vermisse oder verpasse. Entweder hält mich die Reise mental und psychologisch gut beschäftigt, oder es ist für mich wirklich mal notwendig, so lange von allem weg zu kommen. Aber vielleicht spreche ich darüber im Dezember auch anders. Es ist eine lange Zeit, auf der anderen Seite freut es mich jetzt gerade, dass ich noch kein Ende meiner Reise in Israel absehen kann. Die Leute die ich auf dem Weg getroffen habe machen es mir auch einfach, noch etwas hier zu bleiben und die Aussicht darauf, sich nach dem Ende des Ulpans in den verschiedenen Städten zu treffen, in die es einen nun verschlägt, ist auch vielversprechend.
Jurek ist heute abgedampft, kommt aber wahrscheinlich im Dezember oder spätestens Februar nächsten Jahres wieder. Übermorgen geht es ans große Verabschieden. Viola und ich gehen nach Jerusalem (Yad Vashem), Sabina und Aviva machen ein bisschen Tourismus, bevor Aviva im Oktober gemeinsam mit Thomas ihr Studienjahr in Haifa anfängt und Sabina zurück in die Schweiz düst, Caroline und Shalom reisen zurück nach Frankreich und Italien, Nora ist seit heute schon in Tel Aviv.
Ah! Wir waren, wie man in meinem flickr-Account auch schon sehen konnte, letzten Sonntag in Tel Aviv um das spannenden Derby Hapoel gegen Bnei Yehuda Tel Aviv zu gucken. So spannend war es gar nicht, obwohl es auch kein schlechter Fußball war. Hier ein Video aus unserem Block nach dem Ausgleichtreffer von Hapoel:
Und ja, der Verein hat auch Ultras, die als die politischsten und itelligentesten Fans in Israel gelten. Ob ich Fan werde weiß ich noch nicht, vielleicht schaue ich mir das kommende Spiel in Jerusalem noch mal an.
So, ich hatte schon lange nichts mehr geschrieben, das hier war also mal ein Schnellüberblick darüber, was hier gerade passiert. Ich würde ja gerne noch mal mehr dazu schreiben, wie es mir hier geht und was mir hier wichtig ist. Im günstigen Falle komme ich morgen dazu, sonst vielleicht erst nächste Woche oder so. Nun ist es endlich Zeit, das Lied vorzustellen, dem der Titel dieses Beitrags zu verdanken ist: Superpunks „Ich bin kein Ignorant, ich bin kein Idiot“. Das geht mir seit ein paar Tagen nicht aus dem Kopf. Einfach weil es ein paar sehr schöne Zeilen drinnen hat. Ich wünsche viel Vergnügen beim Hören und noch einen schönen Tag:
Endlich kann mein kleines Rechnerchen wieder ohne Probleme ins Internet, und zwar auch außerhalb des Netzwerks der Hebrew University. Wegen einem lausigen und faulen Admins im Rechenzentrum der Uni wurde mit der Installation einer VPN-Lösung für den Uni-Zugang gleich mal meine resolv.conf mit verändert. Das verhinderte Erfolgreich jeden DNS-Abruf in Netzen außerhalb der Uni. resolv.conf ersetzt, fertig. Zur Feier gibt es drei neue mp3s:
Der Titel des alten Modern English Krachers erinnert mich an das schöne MELT! Festival, dass ich noch kurz vor der Abreise hierher mit meinen liebsten FreundInnen besucht habe. Und Nouvelle Vague, die mit ihrer Slacker-Attitüde aber auch jeden 80er-Jahre-Wave-Sound in ein legeres Spätabendgedusel glattbügeln können. Mit Vogelgezwitscher. You’ve seen the difference and it’s getting better all the time. Ich liebe diesen Sound, hübsch, hübsch, hübsch.
Diesen Hit höre ich seit einer Woche mehr oder weniger ununterbrochen. Vor dem Einschlafen, nach dem Aufwachen… nachdem man die ersten drei Minuten überstanden hat, wird das Warten mit einem satten Beat belohnt. Ich schreibe dazu nichts weiter weil es ein Tanz-Track ist.
Achtung: Nichts für schwache Nerven. Es ist das traurigste Lied, dass ich dieses Jahr gehört habe. Obwohl es doch eigentlich so hoffnungsvoll klingt: Been so long und trotzdem knockst Du on my door. Aber irgendwie ändert sich ja wohl doch nix, das Stück blendet sich in die Zeit des Aneinanderdenkens genauso unbemerkt ein wie wieder aus, und der lang ersehnte und überraschende Gast verschwindet offensichtlich fast so unbemerkt, wie er kam. Der Eindruck der bleibt: Bei all der sauvielen Zeit, die man hat, schafft man es doch meistens, die wichtigen Momente zu verpassen die das Ungesagte ungesagt bleiben zu lassen.
So. Das war erst mal der letzte mp3-Beitrag für die nächste Zeit, demnächst gibt es wieder mehr Fotos und substantielles aus Haifa. Ich habe es bisher aus unterschiedlichen Gründen noch nicht aus den Wohnheimen heraus geschafft, außer ein mal zum Bierchen trinken am Strand in der Nacht unserer Ankunft.
Juchu! Heute habe ich endlich erfahren, dass das neue Yo La Tengo Album „I Am Not Afraid of You and I Will Beat Your Ass“ heißt. Sehr passend zu unserem letzten Wochenende in Tel Aviv, wie etlichen in meiner peer group schon auffiel. Ooooohhhhhh und die Sample Tracks hören sich geil an! Wem der Titel noch nicht genug verspricht, dem/der verlinke ich hier extra mal die zwei Tracks, die auf der Bandseite schon veröffentlicht wurden:
I Am Not Afraid Of You And I Will Beat Your Ass is an album that delights in being an album. This is no mere loud followed by soft merry-go-round, but a subtle parade. Bookended by very different but equally intense ten-minute-plus guitar epics, the set has dramatic arcs that don‘t all build in expected ways. After a dense thicket of forest they may find a clearing, stop for a picnic, but then fall asleep, dreaming away as day turns to night.
Quelle: David Greenberger in der Yo La Tengo Biografie
Ich warte auf iTunes oder gucke mich hier nach einem Musikladen um, der mein Vertrauen verdient hat. Ab 12. September ist es so weit!