Archiv der Kategorie 'kickin' it live'

IMPOSE Mag: The Year in Images

Beim IMPOSE Magazine gibt’s dieses Jahr in Konzertbildern.
DMBQ, photo by Nate Dorr
DMBQ, photo by Nate Dorr

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The Jello that is My Moral Core

Bonnie 'Prince' Billy in Jerusalem am 07.02.2007
Bonnie ‚Prince‘ Billie waren heute zu Besuch in Jerusalem und haben mir den nächsten Konzerttermin in Frankfurt eingebrockt: 14. März im Mousonturm. Ich kannte Will Oldham weder als Solo-Künstler noch in seiner derzeitigen Troupe, aber was ich heute Abend gehört habe hat mir unglaublich gefallen: Sehnsuchtsvolle, aufwühlende Musik, sehr gut komponierte Lieder und schön geschriebene Texte. Es hat mich daran erinnert, dass ich schon viel zu lange nicht mehr in meine Calexico-Sammlung gehört habe, oder dass ich mir schon Ewigkeiten etwas von Iron & Wine besorgen wollte. Das Quartett hat zwar oft deutliche Anleihen in dem Alt-Country-Genre, aber ein wahnsinnig verschrobenes Auftreten. Die Pianistin/Keyboarderin war nach dem dritten Lied schon ziemlich betrunken und machte in den Liedpausen schlechte Witze, Oldham versuchte sich im Hebräischen und sagte statt „bevakasha“ (bitte) immer „metvakasha“. Der zweite Gitarrist hielt die ganze Zeit den Mund und der Schlagzeuger gab sich Mühe so auszusehen, als sei er nicht mehr minderjährig.

Oldham sinnierte in einer Pause zwischen zwei Liedern über sein immer wieder vorgetragenes „metvakasha“. Ob er es denn überhaupt so auf der Bühne sagen solle. „Because you don‘t have a clue what the fuck you‘re saying there?“ platzte es aus der Keyboarderin heraus. „Yes“, erwiderte Oldham, und machte eine Bewegung mit seinem rechten Zeigefinger, „because doing that sticks the finger in the jello that is my moral core, my moral fibre.“ Er gebrauchte es weiterhin wahllos. Oft wurden auf der Bühne Witze über das Jerusalem-Syndrome gemacht, folgerichtig spielten sie dann auch als dritte Zugabe „John the Baptist“, in dem der Sänger erklärt, er sei Johannes der Täufer und die Sache mit dem Kopf auf dem Tablett wäre gar nicht so angenehm.

Ich habe oft an den Ausdruck „Americana“ und seine Bedeutung gedacht während des Konzerts. Die Harmonien im Gesang, die tragenden Melodien der Gitarren und die einfachen Glücksversprechen der Texte sind schon etwas sehr, sehr schönes. Obwohl ich kein einziges Stück kannte, weiß ich jetzt, dass es viele alte Covers waren, die sie gespielt haben. Schöne, alte Lieder, die ich mir mal alle im Original anhören muss.

Als das Konzert schon fast vorbei war, sagte Oldham an, nun schon einmal ein paar Abschiedslieder zu spielen, damit wir, das Publikum, unsere vorherzusehende separation anxiety abbauen könnten. Er fing dann scherzhaft an, „Brokedown Palace“ von Grateful Dead anzustimmen, die Band machte zu seinem Erstaunen mit. Ich habe das Lied schon so lang nicht mehr gehört und es schwangen für mich unglaublich viele Erinnerungen mit, zusätzlich ist es einfach ein unheimlich bewegendes Stück. Obwohl sich Bonham zwischendurch mal die ein oder andere Zeile nicht in Erinnerung rufen konnte war es eine wunderschöne Aufführung des Liedes und es nahm mich ziemlich mit.

Es war ein schöner Abend und ich freue mich jedenfalls darauf, auch Bonnie ‚Prince‘ Billy bald wieder in Deutschland sehen zu können.

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Mein Wochenende…

… ist nun vorbei und ich sitze schon wieder seit ein paar Stunden im Archiv. Das Boom Pam Konzert war ausgezeichnet, obwohl ich es alleine besuchen musste. Andere sprangen ab oder haben es erst zur zweiten Zugabe geschafft.

Boom Pam will rock you!

Mit zwei Gitarren, einer Tuba und Schlagzeug bewegt sich die Musik Boom Pams irgenwo zwischen Sarajevo und San Diego. Krachige Surf- und Texmex-Sounds treffen auf Balkan-Gesäusel und hebräischen Texten. Die Tuba blubbert und schnurrt abwechselnd im Hintergrund. Das Auftreten der Band auf der Bühne ist mehr als skurril. In Israel und darüber hinaus sind die Jungs relativ bekannt, wenn man sie allerdings auf der Bühne stehen sieht meint man, man hat vier Studenten beim Rumalbern im Proberaum erwischt: Unrasiert oder mit Schnorres, schlaksig und leger gekleidet. Viel Worte verlieren sie nicht, die Musik wird vom Publikum als das genossen, was sie ist: tanzbar.

Ich habe mich öfters während des Auftritts gefragt, wie die Musik wohl in Deutschland ankommen wird. Das Yellow Submarine ist nicht die größte Location und war nicht wirklich voll. Vielleicht waren 200 Leute da aber mehr auch nicht, ich hatte mehr erwartet. Ob DarmstädterInnen oder FrankfurterInnen genauso begeistert in die Hände klatschen und „Ha‘tul we ha‘tula“ mitgröhlen werden, wenn die Band es dort anstimmt, nur um dann frenetisch und gestenvoll mit den Armen in der Luft zu tanzen? Mal sehen. Hier ist es jedenfalls gut angekommen.

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Shabbat shalom… und Boom Pam!

Boom Pam - 02.02.2007 im Yellow Submarine, Jerusalem!

Diesmal wird es wohl eher kein ruhiger Shabbat. Boom Pam ist in Jerusalem zu Besuch und spielen heute Abend im Yellow Submarine!!! Da war ich zu einen anderen Gelegenheit schon mal. Ihr aktuelles Album habe ich mir gerade letzte Woche gekauft, ein feines Ding. Und das Beste ist: Ich werde sie am 5. März gleich noch mal sehen, aber dann in Frankfurt. Da bin ich nämlich wieder in Deutschland. Audio und Video findet Ihr auf den BoomPam.org-Seiten sowie der MySpace-Seite der Band. Hier noch die Tourdaten der aktuellen Tour:
Feb 2 2007 – HaTsolelet HaTsehuba Jerusalem
Feb 8 2007 – Levontin 7 Tel Aviv
Feb 17 2007 – Moods Zürich
Feb 20 2007 – Knabenschule Darmstadt
Feb 22 2007 – GéNéRIQ festival à l‘ATHENEUM Dijon
Feb 23 2007 – LE NOUVEAU CASINO Paris
Feb 24 2007 – 4 AD Diksmuide
Feb 26 2007 – Stadtgarten Köln
Feb 27 2007 – Arena Berlin
Mar 3 2007 – Ostclub Wien
Mar 5 2007 – Nachtleben Frankurt
Mar 6 2007 – Zakk Düsseldorf
Mar 9 2007 – Södra Teatrn Stockholm
Mar 11 2007 – Forum Bielefeld
Mar 13 2007 – l‘UBU Rennes
Mar 15 2007 – La CONDITION PUBLIQUE Roubaix
Mar 16 2007 – Datscha Projekt @ Fundbureau Hamburg
Mar 18 2007 – Schlachthof Wiesbaden

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Monsters of Rock

Etwas dunstiger Bühnenshot. Betzefer und Useless ID.Oho, und wie die Shabbat-Ruhe heute gestört wurde. Eben erst zurück und die Eindrücke sind noch sehr frisch. B. (bei dem ich gerade auf der Couch wohne) nahm mich heute mit zu einem Triple-Feature: Im Yellow Submarine (הצוללת הצהובה) um die Ecke spielten The Fading, Useless ID und Betzefer hintereinander. Monsters of Rock halt, israeli-style. Es war laut, mir klingeln noch die Oren, junge Männer schubsten sich vor der Bühe herum und taten sich hervor, ich habe von den Texten so viel verstanden, als dass es oft um Sachen ging, die im Kopf vorgehen oder einen täuschen. Oder dass man die Stereoanlage aufdrehen soll. Ich habe solche Musik schon gehört, meist in C.’s Auto auf dem Weg zur Probe.

Useless ID: Turn Up the Stereo

Betzefer: Under

Das soll noch lange nicht heißen, dass es mir nicht gefallen hat. Der Abend steckte voller Überraschungen. Z.B. schrie der butchige Frontman Betzefers erstaunlich ausdauernd in das Mikrofon, hatte aber rasierte Achseln. Und ich hatte statt Bier auf einmal Coke Light in der Hand und mache mir nun Gedanken, ob dies zur Angewohnheit (oder besser: Abgewohnheit) werden könnte.

Zur Beruhigung nun ein Track, der mit dem heutigen Abend eigentlich gar nichts zu tun hat, außer dass er so hübsch ist, dass ich ihn heute schon zehn mal gehört habe. Gelandet ist er u.a. auf dieser sehr zu empfehlenden End-2006-Kompilation. Denn: You could surely try to be more alive.

Mates of State: Fraud in the ’80’s (auch als Video erhältlich)

You will surely find this is pleasing to your ear.

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