Archiv für Februar 2008

You make the music go back you hear Satan speakin‘!

Pastor Gary Greenwald versuchte in den 80ern allen, die zuhören wollten, klar zu machen, was er hörte, wenn er Rockmusik hörte: Satan. Er organisierte mass record-smashings, bei denen Schallplatten bekannter Rock- und Metalbands zerstört wurden, um das Antlitz der Erde von ihren satanischen Botschaften zu befreien.

Das klingt alles ziemlich unterhaltsam und schlimmstenfalls relativ harmlos… ca. 25 Jahre nach diesen religiösen Musiksäuberungen wirft nun allerding DJ Lobsterdust die Frage neu auf: War es wirklich nicht nur fun and games damals? Wie nahe war Satan wirklich, mittels seiner willigen Marionetten Queen und dem Electric Light Orchestra die Weltherrschaft an sich zu reißen? Sind wir gar der ewigen Tyrannei der Höllenqual auf Erden nur knapp entkommen?

DJ Lobsterdust hat mal genau hingehört und stellt nun die Ergebnisse in seinem neusten Track der Öffentlichkeit zur Verfügung:
Queen vs. Satan - It's Fun to Smoke Dust

DJ Lobsterdust – It’s Fun to Smoke Dust

Aber die Armeen des Guten haben auch noch lange nicht aufgegeben:

„You know what you get when you play Twisted Sister’s ‚Burn in Hell‘ backwards? ‚Go to church and pray on Sunday.‘ “

-- Jay Leno

Tags: , , , , ,

Do not turn Jesus on!

Die Blasphemie der Woche: Jesus + Glory Hole + Kinder. Das geht nicht gut…

Honor thy father and mother.
Tags: , , ,

Ergonomic Keyboard for Pirates

Rrrrrrrrrrrrrrr!

Tags: , ,

„Like long trips to the toilet, theft of work materials…“

Boing Boing tv und monochrom geben mit Sockenpuppen und Google eine kleine, präzise Einführung in die new economy…

Web 2.0 meets Marxist economic theory in the latest video hijinks from Austrian subversive art collective monochrom. Meet an online porn monster („iPhone? noooom nom nom nom“) and learn how Google-y eyed neo-liberalism screws over the proletariat in „Kiki, Bubu, and the Shift.“


[Link]

Tags: , , ,

Das Trauma von Mölln

Deniz Yücel schildert eindringlich, welche Bedeutung die Morde von Mölln und Solingen bis heute in der Erinnerung vieler Menschen in der Bundesrepublik haben und welche Schikane es ist, in Deutschland als „Türke“ zu leben:

Dass die Deutschtürken die neun Toten von Ludwigshafen sofort damit in Verbindung gebracht haben, zeigt, wie tief sich die Morde vom November 1992 und Mai 1993 ins kollektive Gedächtnis eingeschrieben haben. Besonders traumatisch waren diese Anschläge für die erste hier aufgewachsene Generation von Einwandererkindern, meiner Generation. Mölln und Solingen lehrten uns, dass wir bedroht waren. Dass man uns hier nicht wollte. Dass es überhaupt ein Uns gab. […]

Eine andere Episode ist schneller erzählt: Als ich mit 16 eine Aufenthaltsberechtigung beantragte, forderte die Ausländerbehörde ein amtsärztliches Gesundheitszeugnis, Kotprobe inklusive. Offenbar hatte ich nicht einfach das Recht, dort zu leben, wo ich mein ganzes Leben verbracht hatte. Vielmehr hing dieses Recht von der Beschaffenheit von Scheiße ab. […]

Keine 24 Stunden nach dem Anschlag standen Nachbarn, die mit meinen Eltern nie mehr als ein paar belanglose Worte im Treppenhaus gewechselt hatten, mit Blumen in unserer Wohnung. Bild-Leser und CDU-Wähler, die bestimmt für die Abschaffung des Asylrechts waren, denen es aber auch nicht um den deutschen Export ging. Ihre Scham war echt, und sie wollten meine Eltern um Verzeihung bitten.

Umso grandioser war das Versagen der Politik. Helmut Kohl weigerte sich, die Überlebenden von Mölln zu besuchen. Nach dem Anschlag von Solingen schickte er ein Beileidstelegramm an den türkischen Staatspräsidenten und ließ sich folgerichtig auf der Trauerfeier in Köln von seinem Außenminister Klaus Kinkel vertreten, der dort auf die Kommastelle vorrechnete, wie viele Steuern und Abgaben die hiesigen Türken leisteten. Es war als Argument gemeint, sie nicht totzuschlagen.

Quelle: taz, 11.02.2008

Tags: , , , , ,