„Dafür müssten Sie eigentlich heute noch Entschädigung an Berlin zahlen.“

Noch lächeln beide...
Götz Aly hat es in etwas zweifelhafter Manier im gemeinsamen Interview mit Katharina Rutschky in der taz knallen lassen. Das Ergebnis ist ob des ziemlich patriarchalen Redestils Alys zwar verstörend, aber dennoch ziemlich unterhaltsam zu lesen.

Haben Sie 1968 nicht als Befreiung empfunden?

Aly: Doch. 1967 siezten sich die deutschen Studenten ja noch. Da war man Fräulein Schmidt und Herr Aly. Man trug Faltenrock oder Krawatte und Jackett und kriegte einen Nervenzusammenbruch, wenn man zum Professor in die Sprechstunde musste. Aber all die Befreiungsschriften von damals sind Müll, unerträglich. Nicht nur die Theorie, auch die Schriften zu den Kinderläden. Es steht kein vernünftiger Satz drin, nichts, was man heute noch mit Gewinn lesen könnte.
Quelle: taz vom 27.12.2007

Generell ein sehr spannendes Interview, in der Aly sich etwas an seiner eigenen Verganhenheit abarbeiten kann: Mao, Agnoli, die vergessenen Kriegsverbrecherprozesse 1968 und vieles mehr.

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