Gefunden in der Inbox: Heinrich Seidel

Jeden Tag schickt mir lyrikmail „ein Gedicht kostenlos per eMail“. 29 aus 30 Tagen schaue ich nicht hinein, heute ist es aus Versehen passiert. Sehr schön und schon fast gernhardtesque (nur 100 Jahre früher), das heutige Gedicht:

Heinrich Seidel: Begnüge dich, Liebste
An Eveline.

Motto: Wohl kann ich dich zum Chokoladenladen laden,
Doch nicht mit Dir in Baden-Baden baden.

Ich kann dir nicht, was andre schenken, schenken
Und nicht die Welt aus den Gelenken lenken.
Du darfst dich nicht auf Schmuck und Spitzen spitzen,
Wirst nicht mit mir auf goldnen Sitzen sitzen,
Jedoch, der ich des Dichters Habe habe,
Vermag es, dass dich and’re Labe labe:
Schon fühl’ ich es von Liederkeimen’ keimen,
Ich will sie dir in gold’nen Reimen reimen,
Dass dir gar lieblich ihr Getöne töne,
Und dich der Verse Schmuck verschöne, Schöne.

Mehr zum Dichter (der auch schon 100 Jahre vor Christian Slater so aussah wie Christian Slater):
Projekt Gutenberg | Wikipedia | Gesammelte Werke

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1 Antwort auf “Gefunden in der Inbox: Heinrich Seidel”


  1. 1 Christian 08. Januar 2007 um 11:57 Uhr

    sehr schön,
    als ob es für mich wäre! ich bin hin und weg!

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