Archiv für Juni 2006

Die letzten Züge

Was diese Woche nervte war die Meteorologie. Sturm, Blitz, zack DSL weg. Und das in der Woche wo ich noch dutzende von Kündigungen, Bewerbungen und was weiß ich alles wegschicken muss. Heute war der freundliche Mensch von der Telekom da und hat alles wieder auf Touren gebracht. Mein Zimmer ist zu ca. 25% ausgeräumt, ich habe schon keine Lust mehr. Ich packe die Kisten viel zu schwer. Was kann man machen, wenn der Zimmerinhalt zu 80% aus Büchern, CDs und Ordnern besteht?

DAAD-Antrag ist weg, allerdings machte mir die Dame aus dem Referat 225 nicht allzuviel Hoffnungen auf ein Stipendium für mein Praktikum, ich studiere nicht einen der Studiengänge, die „typischerweise“ gefördert würden. Hm, vielleicht ist mal eine untypische Förderung angesagt?!?

Vielleicht später noch mal mehr. Ich muss nun weiter Kisten überladen und weiterhin meine halbe CD-Sammlung in das MP3-Format überführen (EAC und LAME! Yeah!!!).

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Fußball, Ghana, Israel

Als ich heute das Ende des Spiels Ghana – Tschechien im Fernsehen beobachtete, sprang mir unmittelbar nach Spielende die israelische Fahne ins Auge, mit der einer der Spieler die Siegesrunde drehte. Aussie-Dave hat einmal wieder seine nicht zu überbietende Recherche-Kunst eingesetzt und liefert die Erklärung.

Ghana - Tschechien: 2:0

Ghana’s Sulley Ali Muntari (C) celebrates after scoring his team’s second goal against the Czech Republic with team mates as Ghana’s John Painstil (R) holds an Israeli flag during their Group E World Cup 2006 soccer match in Cologne June 17, 2006. Painstil plays for Israeli club Hapoel Tel Aviv.
Quelle: Reuters auf Yahoo

EDIT (18.06.): Lila hat sich dem Thema eingehender angenommen und weist noch mal darauf hin, warum Israel eigentlich nicht mit bei der WM ist. So viel sei gesagt: Es hat etwas mit Politik zu tun. Haaretz hat’s auch gesehen.

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The Star Wars Kid

Das ist völlig an mir vorbei gegangen. Während ich die immer selben, mit dem Betreff „Hihi“ oder „Guter Witz“ betitelten eMails in Riesenverteilern geschickt bekomme, passiert die echte Action wie immer auf der anderen Seite des Atlantiks. Gestolpert bin ich darauf, als ich mich über das mittlerweile in Version 1.0 erschienene Utility MacSaber informierte. Von dort stolperte ich auf ein Video, dass die Software im Einsatz zeigt: MacBook Man.
Es wird dort auf einen bestimmten Star Wars Kid angespielt, der in diesem bemerkenswerten Video zu sehen ist:

On November 8, 2002 Ghyslain Raza made a video of himself imitating the Star Wars character Darth Maul, using a golf ball retriever to represent his lightsaber. […] On or around April 19, 2003, the original owner of the tape discovered Ghyslain’s recorded acts and immediately shared it with some friends. Thinking that it would be a funny prank, they encoded it to a WMV file and shared it using the Kazaa peer-to-peer file sharing network, calling the videofile Jackass_starwars_funny.wmv. […] Soon, people all over the world picked up the original and began making conversions of it, adding music, visual effects, and sounds, combining it with other well-known videos or scenes from films, for comic effect.
Quelle: Wikipedia

Ich habe vor Lachen immer noch Tränen in den Augen von dem, was danach kam, aber bitte schaut selbst. Besonders das mit den Klonen finde ich am besten:

Alles von hier: http://www.ebaumsworld.com/starwarskidv.html. Original-Post hier und hier. Unglaublich, dass da mehr als $4.000 rausgesprungen sind. Only in Canada!

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Der Berschde-Wick. Dokumentation eines Dieburger Originals

Wer hätte das gedacht: Da geht eine lange nicht mehr gesehene Schulfreundin nach Hamburg und macht bei Wim Wenders ihr Diplom. Nicht nur das, sie sahnt auch noch Preise für ihre Abschlussarbeit ab. In „Vergissmeinnicht“ stellt Zora Hagedorn Familien- und Handwerksbetriebe dar, die sich in modernen Zeiten im „ökonomischen Niedergang“ befinden. So weit die Filmvorstellung der HfBK. Wir haben letztes Wochenende den Teil des Films gesehen, in dem es um den Dieburger Bürstenhersteller „Berschde-Wick“ („Bürsten-Wick“) geht und der doch etwas mehr als nur ökonomischen Niedergang o.ä. darstellte. Es war viel mehr eine sehr unaufdringliche, einfühlsame Dokumentation eines Mannes, der als über die Generationen hinüber geretteter Zeuge seiner eigenen Zeit auftritt.

Zora Hagedorn und der Bürstenfabrikant Herr Wick.Die Standardsituation des Films ist folgende: Herr Wick, über 80jähriger Bürstenfabrikant und -verkäufer, steht vor der Kamera, meist mitten in dem Durcheinander, das seinen Laden beherrscht, und erzählt mit viel Witz und sehr pointiert aus seinem Leben. Er erläutert den erzwungenen Rückbau des Hauses (wegen der Verbreiterung der angrenzenden Straße) mit genau so viel Humor und einer bestimmten südhessischen Leichtfüssigkeit wie seine Begegnung mit Theodor Heuss. Den traf er nämlich mal vor seiner Zeit in dem Familienbetrieb, als er noch als Koch in einem renommierten Schweizer Hotel arbeitete.

Gerahmt werden die unterschiedlich langen biografischen Sequenzen von Eindrücken aus dem Betrieb. Oder besser, dem Eindruck aus dem Betrieb: Alles ist chaotisch. Der Hof ist übersät von Haufen unterschiedlicher Größen und Zusammensetzungen. Rohmaterial, Brennholz, Ersatzteile… im Laden laufen zwischen den Besenstielen, Kalendern, Zangen und Kisten die Hühner umher. Kein einziges Zimmer, in das die Zuschauenden Herrn Wick begleiten, ist aufgeräumt oder einer bestimmten Funktion zuordenbar. Wo schläft der Mann? Wie findet er überhaupt etwas? Dennoch scheint das Geschäft zu brummen, da der Handwerker nun mehrheitlich als Unternehmer wirtschaftet und eher Warenvertrieb zwischen Großhandel und Endverbraucher organisiert, als selber Ware zu produzieren.

Während des gesamten Films zeigte sich das Publikum ob der Unordnung in Haus und Hof des öfteren sehr erheitert. Manche lachten sich über die vier defekten Schubkarren im Hof förmlich schief. Claudia Kleene, Inhaberin des Buchladens Bücherinsel, in dessen Hof der Film gezeigt wurde, merkte nach der Vorführung an, der Film hätte ein Lachen mit Herrn Wick, nicht über ihn, ermöglicht. Das mag für die autobiografisch von ihm moderierten Teile vielleicht gestimmt haben, dass aber das bloße Darstellen seiner „Unordnung“ die Gäste zum lachen brachte, fand ich ziemlich bezeichnend. Sicherlich waren viele erstaunt, dass ein über 80-Jähriger überhaupt noch einer Erwerbstätigkeit nachgeht, viel mehr aber sicherlich darüber, in welchem Durcheinander dies stattfindet. Auch dürfte ihnen das Konzept, an einem Ort gleichzeitig zu wohnen und zu arbeiten, fremd gewesen sein. Dieburg war aber bis weit in die 1960er hinein ein Bauernkaff, katholisch und konservativ mitten im evangelisch und sozialdemokratisch geprägten Darmstädter Umland. Ich würde jede Wette eingehen, dass fast jeder Hinterhof so oder so ähnlich aussah, inklusive Werkstatt, Verkaufsladen oder Scheune. Daran wird man heute, in der suburbanisierten, familienfreundlichen Idylle der Park- und Gartenstadt Dieburg ungern erinnert. Das Amüsement der Zuschauenden, von denen sicherlich manche zugezogen sind, viele aber schon ihr ganzes Leben in Dieburg wohnen, bekam für mich deshalb einen zumindest teilweise abwehrenden Charakter.

Nicht so aber die Darstellung des Durcheinanders im Film selbst. Alle Einstellungen sprechen mit einer bestimmten höflichen Beiläufigkeit, als würde man, so wie der mit in den Film gerutschte Kunde, Herrn Wick im Laden treffen und sich einfach nur umsehen. Und was gibt es nun einmal in einem Laden der Bürsten verkauft ausgerechnet zu sehen? Details werden nicht gesondert hervorgehoben, sondern eher den Zuschauenden überlassen. Der Blick ist nicht inspizierend oder wertend, so wie ihn viele der Zuschauenden auf die dargestellten Szenen geworfen haben, er schweift über die Situation so, als ob es eigentlich gerade etwas anderes gäbe, was die Aufmerksamkeit verlangte. Fill in the gaps, die stillen Eindrücke aus Haus und Hof werden so weniger Anlass zu Heiterkeit als zur Möglichkeit, das hinterlassene Bild selber weiterzudenken.

Es ist eine eine wirklich schöne Hommage geworden. Den ersten Teil, in dem einen Hamburger Frisörsalon porträtiert wird, würde ich auch gerne mal sehen.

EDIT (15.06.2006, 13.50 Uhr): Noch eine Sache wollte ich unbedingt über den Film sagen: Wunderbare Musik.

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WM-Spiel D‘land-Costa Rica. Schade war’s.

Wir waren nicht viele, wir waren nicht laut, wir haben uns benommen. Das konnte man von den Deutschland-Fans bei der heutigen Übertragung des WM-Spiels gegen Costa Rica nicht sagen.
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Naja, bis zur 87. Minute hätte ja wirklich noch so etwas wie ein Wunder passieren können, sogar mit einem Unentschieden wären wir zufrieden gewesen. But alas, it was not meant to be. Insgesamt 13 Bilder von dem Happening gibt es hier.

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