Vielleicht wäre die Welt ein besserer Ort, gäbe es in jeder Stadt eine troupe wie Improv Everywhere. Mittlerweile zum fünften Mal haben sie dieses Jahr den No Pants Day in der New Yorker U-Bahn zelebriert, ein Tag, der offensichtlich jedes Jahr beliebter wird.
Taking off my pants on the subway has become a yearly event for me. It has all of the emotions associated with a real holiday: stress, excitement, joy, laughter. „No Pants“ has come a long way since 2002 when for seven consecutive stops on the 6-train, a pantless rider took his pants off in one car, and hurried down to the next car in all his bare-legged glory.
Dieses Jahr mit Presse, Polizei und Festnahmen und sehr viel mehr Öffentlichkeit als erwartet. Obwohl die Geschichte („Höhö, die Leute haben vergessen sich Hosen anzuziehen“) etwas an präpubertären Humor erinnert, ist die Absicht eine andere. Ich habe das erste Mal von der Gruppe in einer Sound of Young America Sendung (vom 30.07.05) gehört und sie beschrieben ihre Aktionen als Mittel zur Kommunikation. Die Aufführungen sollten immer als in der Normalität stattfindend durchgehen und die Menschen, die sie betrachten, befremden, erheitern und miteinander ins Gespräch bringen und zwar wie ich finde in einer sehr sophisticated manner. Niemand wird düpiert oder lächerlich gemacht wie bei dem Konzept der „versteckten Kamera“ um danach öffentlich ausgelacht zu werden. Viele Situationen werden überhaupt nie aufgelöst oder enträtselt. Und das erfrischendste daran: Es bleibt nicht-missionarisch: keine Parolen, keine Message und keine Wahrheit. Das finde ich wahnsinnig erleichternd.
Das Interview auf der oben verlinkten Seite ist ziemlich gut, um die Gruppe kennen zu lernen, es ist auch eine ziemlich hörenswerte Folge der Sendung. Es muss schon viel dazu gehören, gestandene New YorkerInnen mit Irrsinn auf sich aufmerksam zu machen, schließlich scheint in der Stadt Irrsinn an der Tagesordnung zu sein.
Meine zwei Lieblings“missionen“:
- The Moebius: In einem Starbucks wiederholen sich die selben fünf Minuten Zeit insgesamt zwölf Mal: „Seven undercover agents meticulously repeated a five-minute slice of time for twelve consecutive repetitions. Starbucks employees and patrons were frightened, confused, and ultimately entertained as they found themselves stuck, without escape, in the middle of a time loop.“
- Surprise: Ein U-Bahn-Wagen voller Pendler hilft einer Improv Everywhere Gruppe dabei, einem Freund eine Geburtstagsüberraschungsparty zu schmeißen und zwar im Waggon: „They came prepared with two 12-foot „Happy Birthday“ banners, 24 party hats, 20 „Happy Birthday“ balloons, 16 noisemakers, 35 cupcakes, and a „pin the tail on the donkey“ game.“
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