… werden erst einmal alle Tracks runtergeladen, die der Jauchetaucher auf seinem Mixtape „jauchetracks #1“ zusammen gestellt hat. Mad Props also an den Taucher für diese exzellente Sammlung freier MP3-Stücke!
No TagsArchiv für Januar 2006
Es ist so gut wie vorbei, da ich den Rest meines Sonntags in der Bibliothek beim Lohnarbeiten verbringen werde. Aber besonders gestern war relativ ereignisreich:
Anti-Nazi-WG-Demo in Hochweisel bei Butzbach: Die Freien Nationalisten Rhein-Main haben eine kuschlige kleine Bude gekauft, nun wohnen dort die Nazis in wohliger Eintracht mit den anderen HochweiselerInnen (O-Ton: „Die grüßen immer freundlich, mehr kann ich dazu nicht sagen.“). Spülplan und Babysitting inklusive, was eine WG halt so für Vorteile bietet. Wochenends wird dem Nachbar im Garten geholfen. Antifa-Gruppen aus der Wetterau, Gießen, Frankfurt, Marburg und Darmstadt haben zusammen mit einem lokalen Bündis ein sehr gute Demonstration dagegen hingelegt, wir waren mit dabei und der HR brachte ein Bericht darüber. Allerdings nicht von der Moderatoren-Anmerkung „Zugezogenen“ täuschen lassen, weder war Hochweisel vorher ein schöner Ort, noch ist er es mit seinem Schulterschluss zwischen alten und neuen BewohnerInnen jetzt.
Ein sehr guter und eindrücklicher Redebeitrag kam von der autonomen antifa [f], auch wenn sich viele wohl wie in Politik-Oberseminar versetzt fühlten. Eine Tante von der IG Metall nervte mit Erzählungen aus ihrem Berufsleben und dem Aufruf, doch über die randständigen politischen Konflikte in „der Linken“ zusammen zu finden um Nazis zu vertreiben. Ein Grußwort von DGB-Mittelhessen-Chef Ernst Richter war nicht viel besser, sondern bestätigte die Ansicht, dass die Konflikte mit bauchlinken Saubermännern nicht „randständig“ sind, sondern grundsätzlich.
Es gibt im Umgang mit der WG sehr skurrile Erscheinungen. So wurden Antifa-Aktivisten von der Polizei Fotos von einer Demo vor dem Haus zur Identifikation von vermummten Demonstranten vorgelegt. Der Clou: Die Fotos hatten eindeutig die Nazis aus ihren Zimmerfenstern gemacht. Gleichzeitig will sich das Bürgerbündnis gegen rechte und linke Chaoten abgrenzen und zieht dabei die schönsten totalitarismustheoretischen Argumente heran.
Party in der Grünberger! Definitiv angenehmer als bei Minusgraden in Wetterauer Käffern herumzulatschen war die Party einer Bekannten zum Abschied (vier Monate Argentinien) in der Grünberger Straße. Erfreulicherweise legten die GastgeberInnen sehr viel Wert darauf, ihren Gästen feine, ausgewählte Musik vorzuspielen. Von der Laptop-WinAmp-RandomPlay-Kombo wurden wir verschont, dafür gab es unglaublich mitreißenden Elektro von zwei bis drei DJs zu hören. Dazu balkongekühlte Drinks zum selbermischen. Das Wissen um meinen Sonntag (s.o.) trieb mich schon um ca. 2 nach Hause, obwohl die Party noch am pumpen war.
Update: Die Neo-Nazi-WG aus Hochweisel will nun kraft der NPD in den Kreistag einziehen:
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Heute vor 61 Jahren war es endlich so weit, die Rote Armee befreite die letzten Gefangenen des Konzentrationslagers Auschwitz und setzte ihrem Leiden ein Ende und machte den symbolträchtigsten Ort des deutschen Mordens öffentlich. Nach letztem Jahr, in dem alle die runde Jahreszahl nutzten, um noch mal an die neue Verantwortung zu erinnern und die übliche Litanei deutscher Doppelbödigkeit abzusingen, finden dieses Jahr nur begrenzte Staatserinnerungsakte statt. Aber polemisch wollte ich eigentlich nicht werden.
Immer wenn ich mit der Aussage konfrontiert werde, man könne doch langsam Geschichte Geschichte sein lassen und sich der Zukunft/Deutschland/der jungen Generation, die ja auch Bedürfnisse habe oder was auch immer zuwenden, kann ich einfach nicht mehr verstehen. Vergisst man die Greuel, dann vergisst man auch die Opfer. Jeder, der sich für einen „Schlussstrich“ ausspricht, drückt damit auch sein Verlangen danach aus, endlich die aus dem Gedächtnis der Menschheit zu tilgen, die am meisten unter der Geschichte leiden mussten. Es ist der Wunsch, die Entrechteten und Ermordeten aus dem Bewusstsein der Welt zu streichen. als seien sie nie da gewesen oder nur höchstens Zahl, die die mechanisierte historische Erinnerung mit den Krematorien und technischen Details der Massenmorde verbindet. Ich weiß nicht, ob das denen klar ist, die den „Schlussstrich“ fordern, aber ich befürchte, es ist sogar die Erklärung.
Adorno: „Die Ermordeten sollen noch um das Einzige betrogen werden, was unsere Ohnmacht ihnen schenken kann, das Gedächtnis.“
Anmerkung: Dieser Artikel ist am 27.01.2006 entstanden, aber mit wenigen Veränderungen erst heute (29.01.) publiziert.
No Tags… treten in der nächsten Zeit zwei Bands auf, die ich unbedingt (wieder) sehen möchte:
25. Februar: Die Arctic Monkeys! Bei allem Hype, der um diese Band gemacht wird, ärgere ich mich immer wieder richtiggehend, dass ich nicht schon viel früher angefangen habe, dieses Retro-Zeug zu hören. Verdammt, ist der Sound gut! Die Texte sind genial geschrieben und erinnern mich schmerzlich an die Zeit, die ich darauf verwende, ideenlos und unstimuliert auf lustlos dahingeschriebene eigene Textzeilen zu starren. Was hat es mit diesen jungen Bands auf sich, dass ihre Musik einfach derartig das Haus rockt…
25. April: Calexico! Das erste Mal habe ich Calexico in der Centralstation in Darmstadt gesehen und mich ziemlich schnell in diesen Wüstenrock-Ansatz verliebt. Das und ihr Konzert dauerte dank einer 7-köpfigen Mariachi-Kapelle, die nach 1,5 Stunden mit auf die Bühne kam ca. drei Stunden. Foot-Stomping madness. Wie bekommt man alleine schon solche Albumtitel wie „Feast of Wire“ hin, ganz ebgesehen von den unglaublich bewegenden Liedern darauf. Jedes Stück glänzt auf eine Art und Weise, Staub, Americana, Flussbette, Getreidesilos. Alles drin.
Dann gehe ich noch zu Jack Johnson, aber das ist eine ganz andere Geschichte.
No TagsAls ob der Praktikumsplatz im Ausland noch nicht vorbereitungstechnische Herausforderung genug wäre, ist das Geld, dass man während eines unbezahlten Praktikums nicht verdient, gar nicht so leicht zu ersetzen. Die verdammten Stiftungen fördern nur ihre eigenen Wunderkinder und für Langzeitbummelstudenten wie mich, die in ihren jungen Semestern nie auf die Idee gekommen wären, von politische Stiftungen Stipendien zu beantragen, fallen da leider nicht in die heiligen „Förderrichtlinien“.
Geld, jemand? Ich habe jetzt schon die Nase voll von im Vorzimmer rumbetteln.
No TagsBei der Arbeit (jaha, ich habe sehr lockere Lohnarbeit) muss ich gerade FFH hören. Z.Zt. berichten sie unablässig von der spektakulären Neuigkeit, dass Michael Schumacher seit neuestem Rossbacher Mineralwasser aus Hessen trinkt. Ist das nicht der blanke Wahnsinn. Minutenlange Interviews mit Schumis Arzt und dem Geschäftsführer der Plörre-Abfüller. Sogar in den Nachrichtenmeldungen kam es, gleich nach der Meldung, dass die IG Metall mit den 5% zu viel fordere.
Schön ist es für Schumi, wenn er nun endlich ein hessisches Wässerchen trinkt und FFH dazu werbefinanziert und standortpatriotisch Beifall klatscht. Für alle anderen ist es eine Zumutung.
No TagsBetabloger hat ein ganz reizendes Antiverpeil HOWTO geschrieben, dass sich glaube ich alle, die öfters als einmal in der Woche in ihre Blogs schreiben, einmal durchlesen sollte.
Verpeilen und Konjunktivitis sind enge Freunde. “Müsste man mal.” “Sollte ich heute machen.” “Ich muss endlich xy erledigen.” “Ich habe verschlafen.” “Ich habs vergessen.” Wenn solche Sätze bestimmend für dein Leben sind, könnte es sein, dass du willkommen im engeren Kreis der Verpeiler bist. Auf der einen Seite entbehrt es nicht einem gewissen Humor, jemanden während der Diplomarbeit geradezu manisch die Wohnung putzen zu sehen – auf der anderen Seite bedeutet Verpeiler zu sein, immer unzufrieden mit sich zu sein und von anderen als unzuverlässig eingestuft zu werden. Es bedeutet, mit zunehmendem Alter immer mehr zu kapieren, welche Chance man nicht wahrgenommen hat – nicht, weil man nicht wollte, sondern weil man es schlicht nicht gebacken bekommen hat.
Oh ja.
No TagsIrgendwie will das mit meiner Flickr-Badge nicht so recht klappen und die JavaScript-Methode mag ich nicht. Falls hier irgendjemand weiß, wie man das flikrRSS-Plugin richtig konfiguriert: Ab damit in die Kommentare. Ich habe da schon alles Angaben richtig gemacht in dem Backend, aber trotzdem: Es gibt nur komische Hunde-Fotos, die ich nie gemacht habe. Oder vielleicht doch?
Nein bestimmt nicht. Ich benutze den K2-Theme, wo ja Flickr schon eingebaut ist. Mal sehen, ob es sich bis morgen gebessert hat.
No Tags
Diese habe ich vor Jahren mal auf eBay ersteigert, ein paar mal nebenbei gehört und dann in’s Regal gestellt. Vorestern brachte ein unambitionierter Griff in dasselbige sie wieder zu Tage, als ich einen Soundtrack zum Geschirrspülen brauchte.
Allmusic und anderen Quellen zufolge handelt es sich um eine One-Time-Effort, die nur 1987 dieses eine Album (und eine weitere EP) heraus gebracht hat. Entstanden aus der Verbindung von Warren Zevon, REM-ohne-Michael-Stipe, Alkohol und etwas freier Studiozeit, sind alle zehn Tracks des Albums so minimalistisch aufgenommen, dass es dem Schlagzeuger Bill Berry zufolge genau so lange gedauert hat, es aufzunehmen, wie es anzuhören.
So hört es sich auch wirklich an: Viel Standard-Progressions, viel Geschrammel und halt nur Covers. Was jetzt ganz und gar nicht gegen das Album sprechen soll. Das wohl anerkannte absolute Highlight ist „Raspberry Beret“ von Prince. Eine Rekontextualisierung, die sich gewaschen hat, mit einem lakonischen Warren Zevon und einer benebelten Band hinter ihm, die vor sich her poltert, als hätte sie das studioperfektionierte NPG-Original noch nie gehört.
Die übrigen Tracks werden teils vehement gespielt, manchmal sogar mit Guzupfe, obwohl das Album es eigentlich nicht braucht. Eine schöne Bereicherung ist es trotzdem. Die Blues-Klassiker wurden hier jedenfalls nicht umsonst für ein weiteres Album bemüht. Es wummert, schrammt und eiert gewaltig, wenn Zevon seine Sägekünste besingt: „Well I‘ll cut your wood so easy for you / You gonna have to say ‚Hot Dog!‘“.
Na dann: Hot Dog!
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Jon Stewart zu Belafontes Äußerung, George W. Bush sei „the greatest tyrant in the world, the greatest terrorist in the world“:
In all fairness to Harry, he’s used to having everything he says drowned out by steel drums.
Quelle: The Daily Show vom 09.01.2006.
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